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Geistlicher Impuls

Bewegte Zeiten


In der Karwoche waren wir eingeladen, uns mit dem Leiden Jesu, seinem viel zu frühen Gewalttot und  unserem eigenen Leid auseinander zu setzen.Dann die unfassbare Botschaft: Jesus, der gestorben ist, ist auferstanden. Er lebt. In der Osterzeit hören wir in den Lesungen der Liturgie, wie der auferstandene Jesu immer wieder auf unterschiedliche Weise seinen Jünger/-innen erscheint, ihnen begegnet, mit ihnen isst und ihnen zuspricht: Der Friede sei mit euch! Das hätte doch so weitergehen können - für die Jünger/-innen damals. Ihr Meister, ihr Freund könnte ihnen immer so begegnen, auf diese Weise bei ihnen sein, damit sie nicht ihren Mut verlieren, einer dauernde Depression verfallen und damit all das Nachfolgen ihrem Meister nicht umsonst war. Im Gegenteil: Christi Himmelfahrt-jetzt endgültiger Abschied. Adieu!Was mutete Gott zu Zeiten des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu der kleinen Schar von Jünger-/innen zu, die nicht zur religiösen Schicht oder zur High Society gehörten, sondern einfache Menschen waren!? Unter uns gesagt: Dieser kleinen (aber feinen Schar) der Jünger-/innen Jesu hätte man noch eine längere Zeit mit dem lebenden Jesus und Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus gewünscht. Warum musste Jesus auch so gewaltsam und früh den Menschen von damls genommen werden? Aber Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben vielleicht ganz andere Probleme als die der damaligen Jünger-/innen!? Doch ist es nicht manchmal auch so im eigenen Leben? Da lebt man ein gutes Leben mit einem oder mehreren Menschen zusammen. Man ist glücklich, man gestaltet viele gute Projekte, man arbeitet gut zusammen, man versteht sich, man kann sich aufeinander verlassen, jeder kennt den anderen - man nimmt sich gegenseitig mit seinen Macken an, man kennt und schätzt den Wert des Anderen/der Anderen. Und dann!!! Dann kommt der unwidrrufliche Zeitpunkt des Abschieds-egal in welcher Form! Bei allen Antworten - es bleibt der Schmerz, die Trauer. Es schleichen sich die angstvollen Fragen (wie damals bei den Jünger-/innen um Jesus) in unser Herz ein: Wie geht es weiter, wenn der oder die gegangen ist? Wie schaffe ich die Aufgaben, die diese Person erfüllt hat, alleine? Geht alles den Bach unter? Wird jetzt alles noch schlechter? Was mutete Gott damals, was mutet Gott mir und uns durch einen Abschied zu? Mutet er uns überhaupt etwas damit zu? Jesus versprach damals und tut es heute immer wieder- Joh14,16ff: Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, ... Joh 14,18: Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen...oder vielleicht anders ausgedrückt:  Ich mute euch zu und vertraue euch, dass ihr mit meinem Beistand des Heiligen Geistes meine Botschaft vom Reich Gottes, von der Liebe Gottes weiter verkündet in Wort und Tat. Hier stelle ich mir die Frage: Hätten die Jünger-/innen sich das auch zugetraut, wenn Jesus ständig bei ihnen geblieben wäre? Abschied hat für mich durch meinen Glauben und durch meine Lebenserfahrung mehrere Dimensionen und Einladungen: Schmerz, Trauer, Herausforderung, Zutrauen, Mut. Ich muss den Abschied nicht suchen, aber ich kann in ihm auch das Vertrauen Gottes in meine Fähigkeiten sehen, dass er mir und einem jedem von uns durch den Abschied etwas Neues zutrauen möchte. Ich kann ganz darauf vertrauen, dass Gott jedem auch in dieser Situation seinen Beistand, den Heiligen Geist, an die Seite stellt. Und ich bin eingeladen seinem Wort zu glauben: Seht, ich mache alles neu (Offb 21,5b). Es bleibt spannend, wie das Neue aussehen wird. Im Namen der hauptamtlichen Mitarbeiter-/innen und des Pastoralteams wünsche ich Ihnen eine mut-und hoffnungsbringende Pfingsterfahrung und die Entdeckung dessen, wo Gott in Ihrem Leben etwas Neues schaffen möchte.

Ruth Reusch, Gemeindereferentin