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St. Konrad ... wie wir entstanden sind

Am 17. Dezember 1945 wurde für die wachsende Anzahl katholischer Heimatvertriebener eine Seelsorgestelle in Hasselborn eingerichtet, der auch die Katholiken von Grävenwiesbach und den umliegenden Orten angehörten.  

Pfarrer Niedenzu, ebenfalls ein Heimatvertriebener, wurde vom Bistum Limburg dem Usinger Pfarrer Möller zur Unterstützung in der Seelsorge zur Seite gestellt. Er nahm sich insbesondere der Flüchtlinge in Brandoberndorf und Grävenwiesbach an. Die ersten Gottesdienstorte waren Hasselborn, Brandoberndorf, Grävenwiesbach, Neuweilnau. Der Seelsorgebezirk von Pfarrer Niedenzu umfasste die Dörfer Hasselborn, Brandoberndorf, Cleeberg, Espa, Weipersfelden, Grävenwiesbach, Mönstadt Naunstadt, Hundstadt, Laubach, Niederlauken und Oberlauken. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich bereits 521 Katholiken in Grävenwiesbach und 1219 im gesamten Seelsorgebezirk.

Bereits Ende 1948 stellte Pfarrer Niedenzu den Antrag auf Erwerbung eines Grundstücks für den Bau einer Kirche in Grävenwiesbach an den Bürgermeister Wick und den Landrat in Usingen.

Im Oktober 1952 lagen die von Architekt Möller aus Frankfurt erstellten und genehmigten Pläne für den Bau der Kirche vor.

Es handelt sich um ein 21m langes und 11m breites schlichtes Pavillongebäude, etwa im Stil der römischen Basilika, ohne abge-grenzten Chorraum und ohne Turm. Für die Kirchenglocke erhält die Kirche einen kleinen Dachaufsatz. Eine teilweise Unterkellerung der Kirche bringt zusätzliche Räumlichkeiten für die Kirchengemeinde.

Am 09. November 1952 fand die Grundsteinlegung statt und am 12. November 1953 wurde die Kirche durch Generalvikar Merkel aus Limburg benediziert und dem heiligen Konrad von Parzham geweiht.

Der geistliche Rat Möller aus Usingen unterstrich bei der Einweihung der Kirche mit einem Bekenntnis die bedeutungsvolle Gemeinschaft eines friedlichen Nebeneinanders beider Konfessionsrichtungen in Grävenwiesbach:

„Zwischen dem großen Gotteshaus dort drüben auf dem Berg und dem kleinen Kirchlein ihm gegenüber soll keine Feindschaft sein.“

Pfarrer Niedenzu bezog mit seinen drei Schwestern die Wohnung im  Pfarrhaus. Von hier besteht ein direkter Übergang zur Sakristei der Kirche.

Das Innere der Kirche wurde sehr schlicht gestaltet. An der Stirnwand im Altarraum fand ein übergroßes Gemälde mit dem gekreuzigten Jesus sowie der heiligen Hedwig und dem heiligen Wenzel Platz.

Ein Fenstermosaik seitlich am Altar wurde dem Schutzpatron der Kirchengemeinde, dem heiligen Konrad, ein weiteres, über der Eingangstür der Mutter Gottes gewidmet.

Die ursprünglich durchgehenden Bänke boten ca. 200 Besuchern Platz.