nach unten

Alte Pfarrkirche

Wir möchten auf dieser Seite alle Leser auf die Besonderheiten aufmerksam machen, die im Zusammenhang stehen mit der Profanierung der alten Kirche St. Johannes im Jahre 1980.

  • Die chronologische Darstellung stellt Ihnen in Kurzform wichtige Abläufe und Ereignisse vor.
  • In einem zweiten Abschnitt " Der Weg zu einem eigenen Gotteshaus" gehen wir auf bestimmte spezifische Punkte gesondert ein.
  • Im Fazit fassen wir zusammen und ziehen Bilanz.

Chronologie

Chronologie

1897 Grundsteinlegung des Gebäudes ( seinerzeit als Kapelle konzipiert ) an exponierter Stelle am Johannisstein.
1898 Einweihung des Gotteshauses ( als Kapelle )
1901 Errichtung der Pfarrvikarie Niederreifenberg
1908 Erste Erweiterung des Gebäudes und Einweihung
1948 Zweite Erweiterung und Einweihung
1968 Prüfung / Untersuchung ob die Neuerungen des II. Vatikanischen Konzils im Gotteshaus umsetzbar sind.
1970 Feststellung, dass das Gotteshaus nicht geeignet ist die Anforderungen erfüllen zu können.
Beschlussfassung zum Bau eines neuen Gotteshauses, an anderer Stelle.
1976 Freigabe zur konkreten Planung und Umsetzung Neubau eines Gemeindezentrums im Zassenrainweg.
1980 Einweihung des Gemeindezentrums am Zassenrainweg
1980 - 1986 Entscheidungsfindung und Festlegung der Nutzung des ehemaligen Gotteshauses am Johannisstein.
1986 Profanierung ( Aussegnung ) der alten Pfarrkirche St. Johannes.
1987 Verkauf des ehemaligen Gotteshauses an Frau Claudia Witt.
1987 - 1992 Umbauphase, in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege.
1992 Nutzung der Liegenschaft als Wohnhaus, Atelier und Malwerkstatt.
2012 Im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums "Atelier - Alte Kirche" werden 2012 in der ehemaligen Kirche vielfältige kulturelle Veranstaltungen stattfinden, so z.B. Malkurse, Musikveranstaltungen, Vorträge und Diskussionen.

Detailauskünfte, Anfragen richten Sie bitte an E-Mail: an(at)claudiawitt.de 

Der Weg zu einem eigenen Gotteshaus in Niederreifenberg

Der Weg zu einem eigenen Gotteshaus in Niederreifenberg

Der Weg hin zu einem eigenen Gotteshaus in Niederreifenberg ist mit vielen Steinen gepflastert.

An vielen Stellen war in der Vergangenheit das Miteinander in den Gemeinden Niederreifenberg und Oberreifenberg, sowie die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Bistumsleitung in Limburg,  belastet.

Die sozialgeschichtliche Bedeutung verschaffte der Niederreifenberger Kirche St. Johannes letztlich Denkmalschutz.

1893 Frau Elisabeth Ungeheuer verfügt testamentarisch eine Summe von 10.000 Mark für den Bau einer Kapelle in Niederreifenberg.
Herr Brück aus Niederreifenberg stiftet parallel 2.956,13 Mark für den gleichen Zweck.
Die Bitte an den Bischof von Limburg eine Kapelle errichten zu dürfen wird abgelehnt.
1895 Die zweite Anfrage in Limburg hatte Erfolg, nachdem der Bäckermeister F.-J. Ungeheuer den Bauplatz gratis übereignet hatte.
1898 Einweihung der Kapelle.
Die Bitte der Gemeindemitglieder aus Niederreifenberg eigene wichtige Gottesdienste feiern zu dürfen wird vom damaligen zuständigen Oberreifenberger Pfarrer Keller abgelehnt. Er gestandt nur eine wöchentliche Werktagsmesse zu.
Die Interventionen seitens der Bürger aus Niederreifenberg fanden in Limburg kein Gehör.
Man teilte einer Delegation aus Niederreifenberg mit, dass man nur dann bereit wäre eine Verbesserung zu garantieren, wenn die finanzielle Absicherung der Seelsorgstelle durch die Bürger erfolgt.
Die Niederreifenberger schafften es mit vereinten Kräften ein Haus für den Geistlichen zu finden und dessen Bezahlung abzusichern.
Die kinderlose Witwe Katharina Beuth, geb. Gerhard schenkte Ihr Haus der Kirchengemeinde Niederreifenberg als Wohnung für den Pfarrer.
1901 Am 1.1.1901 wurde die Pfarrvikarie errichtet und Peter Kilburg der erste Geistliche.

Fazit

Fazit

  • Wenn man sich das Engagement der Niederreifenberger Bürger vor Augen führt, kann man heute nachvollziehen, dass es ihnen nicht leicht fiel das Gebäude einem anderen Zweck zuzuführen.
  • Die vielfälltigen Überlegungen in den Jahren nach der Profanierung machten nochmals deutlich, dass sie dafür plädierten alles daran zu setzen das Gebäude seiner Würde gemäß zukünftig zu nutzen.
  • Die aktuelle Situation im denkmalgeschützten Gebäude entspricht ohne Einschränkung dem seinerzeitigen Wunsch des "Förderkreises zur Erhaltung der alten Kirche in Niederreifenberg" und des damaligen Pfarrers Dexelmann dahingehend, dass die Besitzerin der Liegenschaft sehr großen Wert auf eine kulturelle Nutzung und Öffnung legt.
  • Der sakrale Bezug der Liegenschaft kommt noch heute dadurch zum Ausdruck, dass Elemente wie Tabernakel, Weihwasserbecken im Eingangsbereich und die Niesche im Altarraum für die Messutensilien im Original erhalten sind.