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Das Altarbild

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ – dieses Versprechen versuchte der Mainzer Künstler Thomas Vogel in dem Altarbild wiederzugeben. Seit 1984 schmückt das Bild in Form eines Flügelaltars die Kirche.

Dem Stil des Kubismus nachempfunden schaut man wie durch gesplittertes Glas auf den Kreuzweg Jesu (Weg, linker Flügel), die Auferstehung (Leben, in der Mitte) und die Offenbarung gegenüber Thomas (Wahrheit, rechter Flügel).

Der Leidensweg von Jesus ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Der zum Tode Verurteilte und von der Folter gezeichnete Jesus, wie von messerscharfen Splittern zerschnitten, hebt sich als lichte Gestalt vom dunklen Hintergrund ab.

Die Auferstehung nimmt die große Mitte des Altarbildes ein. Die Richtung des Weges, gekennzeichnet durch den Stab in der Hand, geht aufwärts vom Dunkel ins Licht zum Vater.

Der rechte Teil wird vom auferstandenen Christus beherrscht. Er scheint in seiner Größe über den Rahmen hinauszuwachsen. Mit seinem Finger weist er in das Licht, das das Leben möglich macht. Das Gesicht von Thomas, der seine Finger in die Wunde legt, ähnelt dem von Jesus. Ein Hinweis auf den zweiten Korintherbrief: „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt.“ (2 Kor 3,18)

Das Altarbild beeindruckt vor allem durch die Übereinstimmung von Inhalt und künstlerischem Ausdruck. Die gesplitterte Darstellung zeigt, wie wir die Inhalte unseres Glaubens wahrnehmen: Gebrochen und angefochten. Aber der Glaubende hofft, dass sich das Unklare dereinst in Klarheit verwandeln wird; nach dem Wort des heiligen Paulus: „Jetzt schauen wir in den Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.“ (1 Kor 13,12)