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Unsere Pfarrkirche St. Laurentius

Unsere Pfarrkirche St. LaurentiusUnsere Pfarrkirche wurde Ende der fünfziger Jahre gebaut und im September 1960 zu Ehren des heiligen Laurentius geweiht. Sie steht an dem Ort, an dem eine Backsteinkirche als Gotteshaus der früher kleinen Diasporagemeinde stand. Für die nach dem zweiten Weltkrieg größer gewordene Gemeinde reichte der Platz in der alten Kirche nicht mehr aus. Unter Pfarrer G.R. Adolf Möller entstand nach den Plänen von Architekt Johannbroer, Wiesbaden, unsere heutige Pfarrkirche. Das alte Pfarrhaus blieb erhalten und wurde erst im Jahre 1968 umgebaut bzw. erweitert.

Die Kirche ist mit dem Altarraum nach Osten gerichtet und gleicht in ihrer äußeren Form einem Zelt. Der Turm steht frei, so wie es teilweise in früheren Bauepochen, vor allem aber auch in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts, üblich war. Die Außenwände und die Altarwand sind mit Main-Sandstein verkleidet.

Betrat man vor der Neuordnung die Kirche durch den Haupteingang an der Westseite, so weitete sich der Blick zum Altarraum hin, wo auf erhöhtem Fußboden der Hochaltar errichtet war, auf dem das Tabernakel stand. Eine Kommunionbank trennte den Altar- vom Gemeinderaum und der Taufstein stand am Eingang der Kirche.

Gestaltung und Einrichtung der Kirche haben sich wesentlich an den liturgischen Erfordernissen zu orientieren. So konnte es nicht ausbleiben, daß unsere Pfarrkirche, schon nach relativ kurzer Zeit ihres Bestehens, einer Anpassung an die vom zweiten Vatikanischen Konzil beschlossene Liturgiereform unterzogen werden mußte.

Die Darstellung am Altar weist darauf hin, daß hier der Ort des Brotbrechens ist. Den Ambo ziert die Altar, Ambo, Tabernakelstele und Taufstein St. LaurentiusDarstellung eines Senfkornes. So wie das kleine Korn sich zu einem großen Baum entwickelt, so möge das von hier verkündete Wort in den Herzen der Menschen vielfältige Frucht bringen. Auf der Tabernakelstele wird die Gegenwart Gottes im eucharistischen Brot symbolhaft durch einen brennenden Dornbusch gezeigt, aus dem Gott zu Moses sprach: "Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden." (2 Mos. 3,5)

Altar, Ambo, Tabernakelstele und Taufstein sind aus blanc clair, einem weißen, oberitalienischen Marmor gearbeitet und wurden in der Werkstätte Engelbert Müller, Villmar, geschaffen.

Im Jahre 1974 wurde die Neuordnung des Altarraumes vorgenommen und verbunden damit die Renovierung des Innenraumes. Durch das Anordnen des Altares näher zur Gemeinde hin, kann der Priester dieser zugewandt zelebrieren. Er schließt somit an dieser Stelle den Kreis um den Altar, der sich aus Gemeinde und den seitlich angeordneten Plätzen für Chor, Schola und Meßdiener ergibt. Der Altartisch wird freigehalten von Blumen und Kerzen und dient so ausschließlich dem Wesentlichen, nämlich der Bereitung der Gaben und der Eucharistiefeier.

Madonnenstatue St. LaurentiusAn der linken Seite des Altarraumes befindet sich an der Wand eine wertvolle, gotische Madonna aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die im Jahre 1876 der hiesigen Gemeinde von dem Frankfurter Stadtpfarrer Münzenberger geschenkt wurde.

Durch großflächige Fenster, die aus farbigen Gläsern geschaffen sind, dringt Licht in den Kirchenraum. Das große Fenster im Altarraum zeigt drei junge Männer, die nach der Oberlieferung des Alten Testamentes auf wunderbare Weise vor dem Tode im Feuerofen gerettet wurden. Sie lobten Gott und sprachen: "Des Herren Werke alle preist den Herrn! Ihr Himmel, preist den Herrn! Du Sonne und du Mond. lobpreist den Herrn! Ihr Winde alle, preist den Herrn! Ihr Meere und ihr Flüsse, preist den Herrn! Ihr Tiere all, lobpreist den Herrn! Ihr Menschenkinder, preist den Herrn! Lobt ihn! Dankt Ihm, denn er ist gut! (aus Dan. 3,57-90). - Die versammelte Gemeinde soll durch dieses herrliche Fenster eingeladen werden, in den Lobpreis mit einzustimmen. Die Fenster an der Westseite der Kirche zeigen Darstellungen des heiligen Georg, des Patrons unserer Diözese Limburg und des heiligen Laurentius, des Patrons unserer Pfarrkirche, der auf einem Rost dargestellt ist. Nach der Oberlieferung mußte der Heilige den Märtyrertod im Feuer erleiden. Die Entwürfe für die Glasfenster in unserer Kirche stammen von dem Künstler Johannes Beeck und wurden in der Werkstätte G. Schröder in Frankfurt ausgeführt.

Der Ambo, Ort der Verkündigung des Wortes Gottes, ist ebenfalls näher an die Gemeinde herangestellt Ambo Pfarrkirche St. Laurentiusworden, um so den notwendigen personellen Kontakt zwischen Prediger und Zuhörer zu ermöglichen.

Als Vorsteher der Gemeinde im Gottesdienst hat der Priester seinen Platz in der Nähe des Ambo. Von hier aus leitet er die Liturgiefeier. Für die Aufbewahrung des eucharistischen Brotes mußte bei der Umgestaltung des Altarraumes ein eigener Platz geschaffen werden. Dort befindet sich auf einer Marmorstele das beim Kirchbau 1960 geschaffene Tabernakel, dessen Wandflächen mit Silber verkleidet und mit Bergkristallen besetzt sind.

Die Taufe ist die Aufnahme eines Menschen in die Gemeinde. Künftig wird dieses Sakrament immer häufiger in Verbindung mit dem Gemeindegottesdienst gespendet werden. In Anpassung an den neuen Taufritus hat der Taufstein seinen Platz im Altarraum erhalten.

Ein Kreuz aus Bronzeguß, mit Bergkristallen geschmückt, überragt den Altarraum. Es zeigt den verklärten Christus, dessen Kreuzesopfer im eucharistischen Mahl gegenwärtig wird und das uns die Hoffnung auf die ewige Gemeinschaft mit ihm verkündet. Kreuz, Tabernakel und Leuchter wurden von Peter Bücken, Herzogenrath bei Aachen, geschaffen.

Altar, Ambo und Tabernakelstele sind mit Medaillons geschmückt, die aus dem Stein des jeweiligen Stückes herausgearbeitet sind.

Bei der Renovierung des Innenraumes wurden Wände, Decke und Bänke farblich neu gestaltet. In der Farbgebung ordnen sich diese Flächen den Prinzipalstücken (Altar, Ambo, Tabernakel) unter. Zugleich waren unterschiedliche Materialien zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Dem erfahrenen Kirchenmaler Bernhard Haizmann, unter dessen Leitung die Arbeiten ausgeführt wurden, gelang es, diese Aufgabe zu erfüllen.

Mit der Neuordnunng des Altarraumes nach den Erfordernissen der vom zweiten Vatikanischen Konzil festgelegten Liturgiegestaltung, haben Bau und Einrichtung unserer Pfarrkirchen ihren Abschluß gefunden.

Stellvertretend für alle, die auf mannigfache Weise zum Gelingen dieses Bauwerkes beigetragen haben, hoffe und wünsche ich, daß diese Kirche ihre Aufgabe erfüllt: "Haus der Gemeinde" zu sein!