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Ein Rundgang durch unsere Kirche

Übrigens, das Besondere an unserer Kirche ist...

...dass unsere Kirche 1712 auf den Resten der Wehrheimer Burganlage erbaut worden ist. Sie ist die älteste Pfarrkirche unseres pastoralen Raumes.
Die beiden Seitenaltäre, die schöne Stuckdecke, die Kirchenfenster im Chorraum und die holzgeschnitzten Heiligenfiguren prägen den Kirchenraum. Das Älteste an unserer Kirche ist das über dem Altar hängende Kreuz von 1694.

Innenraum

Innenraum

Durch das Hauptportal, über dem auf einem Bogenfenster ein Kreuz und ein Alpha und Omega auf Christus hinweisen, gelangt der Besucher in das Innere der Kirche.

Sechs hohe spitzbogige Fenster lassen das Tageslicht beidseitig in den einschiffigen Kirchenraum fallen. Dieser wird durch eine alte, kunstvolle, in Handarbeit gefertigte Stuckdecke im Barockstil überspannt.

Chorraum

Chorraum

Ein Rundbogen bildet den Übergang zum Altarraum, den drei große bunte Spitzbogenfenster zieren. Das mittlere Fenster zeigt rechts Gott Vater, links Gott Sohn und zwischen ihnen als Taube Gott Geist, eine Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit, das Grundgeheimnis unseres christlichen Glaubens. Die Taube schwebt über einem aufgeschlagenen Buch, auf dessen Seiten geschrieben steht: Ego sum Alpha et Omega (Ich bin Anfang und Ende). Die Dreifaltigkeit wird umrankt von einem Weinstock.
Auf dem linken Fenster ist der heilige Josef zu sehen, der das Jesuskind auf dem Arm trägt. Seit 1870 ist er der Schutzpatron der Gesamtkirche.
Auf dem rechten Fenster sieht der Betrachter die Darstellung des heiligen Erzengels Michael, der den Drachen, das Symbol des Bösen, mit seiner Lanze niedersticht (in Anlehnung an Offenbarung 21,7-12). Michael wird verehrt als Beschützer des auserwählten Volkes Israel und des deutschen Volkes. Er ist der Namenspatron der katholischen Kirche Wehrheim. Die drei Fenster, gestiftet von den Geschwistern Mühlbach aus Wehrheim, lieferte die Kunstglaserei Ritzel in St. Goarshausen.

Zwischen den Fenstern sind auf Konsolen an der Wand zwei neugotische Holzschnitzereien platziert. Die Figur links zeigt die heilige Elisabeth von Thüringen in fürstlicher Kleidung mit einer Krone auf dem Haupt und Rosen im Faltenwurf ihres Gewandes. Sie lebte von 1207 bis 1231, ist Schutzherrin von Hessen und Thüringen und Patronin der kirchlichen Nächstenliebe im rechten Standbild erkennt man den heiligen Bonifatius in Bischofstracht, der eine Bibel auf der linken Hand trägt und sich mit einem Fuß auf die gefällte Donareiche stellt. Aufgrund seiner Missionstätigkeit im 8. Jahrhundert (gest. 754) erhielt er den Ehrentitel „Apostel Deutschlands“.

An der Wand des Chorraumes befindet sich eine durchgehende Sitzbank für Priester und Meßdiener.

Altar

Altar

In der Mitte steht der aus dunklem Travertin gehauene Altartisch.
In ihm sind die Reliquien von Martyrern der Thebäischen Legion, von Trierer Martyrern und vom heiligen Lubentius eingelassen. Die Thebäische Legion (22. römischen Legion) rekrutierte sich ursprünglich aus Theben/Ägypten und war zwischen 280 bis 300 n.Chr. in der Schweiz stationiert. Die christlichen Soldaten weigerten sich, den römischen Göttern zu opfern und wurden deshalb mit ihrem Anführer Mauritius hingerichtet. Die Trierer Martyrer Mauritius und Gefährten erlitten in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts für ihren Glauben an Christus den Tod. Lubentius, ein Schüler von Martin von Tours, wirkte als Missionar an der Mosel und starb in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhundert. Seine Gebeine wurden nach Dietkirchen an der Lahn übertragen. m Chorraum steht auch das Taufbecken aus Marmor. Es stammt aus dem Jahre 1726.
Das große Kreuz mit Corpus, welches im Rundbogen hängt, ist das älteste Stück in der Kirche. Es wurde den Katholiken Wehrheims 1694 vom Trierer Erzbischof geschenkt.

Seitenaltäre

Seitenaltäre

An der linken Vorderwand des Kirchenraumes befindet sich der Sakramentsaltar. Das Bild in der Retabel zeigt die heilige Barbara als vornehmes Mädchen mit Kelch und Hostie, weil ihr der Legende nach ein Engel die Eucharistie in den Kerker brachte, und weil sie Patronin für einen durch Empfang der Sterbesakramente guten Tod ist.
Neben dem Sakramentsaltar steht auf einer Konsole die barocke Figur des heiligen Johannes Nepomuk, die wahrscheinlich um 1780 geschnitzt wurde. Nepomuk ist dargestellt in Priesterkleidern mit Birett und Rochett. Er hält Kreuz und Palme in den Händen. 1393 ließ der König von Böhmen Johannes Nepomuk von der Prager Karlsbrücke in die Moldau werfen. Ob dies wegen seines Eintretens für die Rechte der Kirche oder wegen seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis preiszugeben, geschah, lässt sich nicht eindeutig feststellen.

An der rechten Vorderwand des Kirchenraumes erhebt sich der Marienaltar. In der Retabel wurde eine barocke Statue der Madonna mit Kind (1961 in Oberammergau geschnitzt) gestellt. Im Bild darüber erblickt man Mutter Anna, die dem Mädchen Maria aus einem kleinen Buch vorliest, während ein dickes Buch auf dem Boden vor einem Lesepult liegt.
Neben dem Marienaltar können wir die barocke Figur des heiligen Wendelin betrachten (auch um 1700 geschnitzt). Seine Hand umfasst eine Hirtenschippe; ein Schaf und zwei Rinder drängen sich zu seinen Füßen. Die herabgeworfene Krone zeigt den Verzicht des Köngissohnes an, der das einfache Leben des Hirten wählte. Er lebte als Einsiedler im Saarland (6. Jahrhundert) und wird als Patron der Bauern und Hirten verehrt.

Orgel

Orgel

Auf der Empore im hinteren Teil des Kirchenraumes befindet sich die Orgel.

Sie hat 3 Manuale und 14 Register. Bei ihrer Renovierung im Jahre 1973 hat man zum Teil die Pfeifen der alten Orgel aus dem Jahre 1895 verwendet. Die Firma Fischer und Krämer (Endingen) bemühte sich dabei, den alten Silbermann-Klang zu erhalten.
Die Orgel weihte Bezirksdekan Heinz am 27. Januar 1973. Seitdem begleitet sie den Gesang der Gemeinde in den sonntäglichen Gottesdiensten und trägt durch ihr Erklingen zur Feierlichkeit der Liturgie bei.

Glocken

Glocken

Im Turm der Kirche hängen zwei Glocken: Die Aloysius-Glocke (106 kg schwer) und die Michaelsglocke (157 kg schwer). Die Aloysius-Glocke stammt aus dem Jahre 1925 und trägt die Inschrift "ST. ALOYSI, CUSTODI IUVENTUTEM NOSTRAM" ("Heiliger Aloysius, schütze unsere Jugend"). Aloysius ist Schutzpatron der Jugend und war auch der Taufname des damaligen Pfarrers Alois Kunz.

Im Jahre 1925 waren drei Glocken angeschafft worden. Die zwei großen Glocken mit den Inschriften "ST. MICHAEL, ARCHANGELE, DEFENDE NOS IN PRAELIO" und "SANCTA MARIA, ORA PRO NOBIS" ("Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf" u. "Heilige Maria, bitte für uns") mussten 1942 zu Kriegszwecken abgeliefert werden, während die Aloysius-Glocke im Turm blieb. Die Michaelsglocke konnte durch die Stifung des damaligen Küsters Albert Höhnle erworben werden. Sie wurde am 24. Mai 1975 von Pfarrer Reinhold Törsiep geweiht. Die Inschrift lautet "ST. MICHAEL ARCH. ANNO SANCTO 1975" ("Michael, im Heiligen Jahre 1975"). 1975 war das 26. Heilige Jahr seit der Einführung im Jahre 1300 durch Papst Bonifaz VIII. Ein Heiliges Jahr soll der inneren Erneuerung der Gläubigen dienen. Gegossen wurde diese Glocke wie diejenigen aus dem Jahre 1925 von der Firma Rincker in Sinn (Dillkreis). Das Geläut erklingt in den Tönen "e“" (Schlagton der Michaelsglocke) und "g“" (Schlagton der Aloysius-Glocke), abgestimmt auf die Glockentöne der evangelischen Kirche: "g´, a´, c“" (laut Gutachten von Kirchenmusikdirektor Försch, Dillenburg, im Januar 1973).

Die Michaelsglocke ruft täglich um 12:00 Uhr und um 18:00 Uhr zum „Engel des Herrn“. Außerdem läutet sie werktags vor gottesdienstlichen Handlungen. An Sonn- und Feiertagen laden beide Glocken zur Eucharistiefeier ein.