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Die Küster in Wernborn

Der Überblick über die Küster von Wernborn in den letzten 150 Jahren gestaltet sich einfach, denn von 1839 bis 1970 lag das Amt in den Händen einer Wernborner Familie, der Familie Dinges. In der Familie war das Amt immer vom Vater auf den Sohn weitergegeben worden und auch die Frauen der Familie halfen tatkräftig mit, so dass die Familie schon seit langer Zeit im Ort "die Kistisch" sind.

Bis zu seiner Pensonierung im Jahr 1837 übte der Lehrer Budecker den Küster- und Glöcknerdienst aus. Ab 1839 übernahm dieses Amt offiziel der Schneider Nikolaus Dinges, der schon seit 1827 immer wieder Aufträge für Ausbesserungsarbeiten ausgeführt hatte und auch die Kirche putzte.

Im Jahr 1846 wurde Nikolaus Dinges offiziell als Küster, Glöckner und Uhraufaufzieher bestätigt, außerdem oblag ihm die Kirchenwäsche.

1873 stellte das Ordinariat Christian Dinges als Nachfolger seines Vaters im Amt ein. Er musste die Glocken läuten, die Uhr aufziehen, die Kirche putzen, die Kirchenwäsche waschen und ausbessern.

Dass die Tätigkeit des eifrigen Küsters weit über diese offiziellen  Aufgaben hinaus gegangen war, bewies die große Anteilnahme der Gemeinde beim 50-jährigen Jubiläum ihres alten Küsters im Jahr 1925. Das ganze Dorf war geschmückt, alle Einwohner auf den Beinen, ein großer Festgottesdienst und viele Reden wurden gehalten. Darin wurden die Verdienste des Jubilars vor allem in der schweren Zeit des sog. Kulturkampfes gewürdigt, als der Küster sogar Andachten gehalten hatte und so zum Fortbestand der bedrängten Kirchengemeinde beigetragen hatte.

Zum Geschenk bekam der alte Mann einen Sessel von seiner Kirchengemeinde. Am Abend wurde er mit einem Fackelzug geehrt und eigens gedichteten Theatersprüchlein erfreut. Die Verehrung, die Christian Dinges genoß, wurde auch im Jahr 1926 deutlich, als eine der an der Chorrand der Kirche aufgemalten Figuren (der Bauer mit Pflug) die Gesichtzüge des verdienten Küsters bekam.

Im selben Jahr starb der alte Küster und sein unverheirateter Sohn Heinrich Dinges , ebenfalls Schneider, wurde sein Nachfolger. Er versah den Dienst unter tatkräftiger Mithilfe seiner Schwester Margarete Dinges, die 1946 verstarb. Sie hatte ihm nicht nur den Haushalt geführt, sondern auch die Geistlichen, die nach Wernborn kamen, bewirtet. Später unterstützte ihn seine Nichte Rosa Demuth, geb. Maibach. Sein Küsteramt mit der täglichen Verpflichtung zum Glockenläuten und Uhraufziehen übte Heinrich Dinges treu und zur Zufriedenheit der Gemeinde aus. Außerdem war er bis ins hohe Alter als Vorbeter tätig. Erst 1970 gab er das Amt aus den Händen und verstarb im Alter von 92 Jahren am 28. Februar 1972.

1970 übernahm Franz Zinke das Amt des Küsters von Wernborn. Seine Frau Gertrud Zinke, geb. Weil, aus Wernborn half hrem Mann als dieser erkrankte und übernahm nach seinem Tod das Küsteramt bis in das Jahr 2004.

Um die Küsterarbeiten auf mehrere Personen zu verteilen, hat sich 2004 ein Küsterteam aus 4 Personen gebildet: Marianne Bernard, Maria Brendel, Christa Demuth und Jürgen Maibach. Auch helfen einige Ministrantinnen und Ministranten gerne beim Küsterdienst.

Küsterteam

Folgende Personen zeichnen sich seit 2004 gemeinsam für den Küsterdienst in unserer Kirche verantwortlich:

  • Marianne Bernard
  • Maria Brendel
  • Christa Demuth
  • Jürgen Maibach