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Geistlicher Impuls

November



„November“ – der Monat, den viele Menschen gerne aus dem Kalender streichen, verbinden sie doch damit: Dunkelheit, Nebel, Kälte, vielleicht den ersten nassen Schnee, Herbstdepression.

Dem möchte ich mit diesem Vorwort einen Gegenpol setzen: am 1. November feiern wir katholischen Christen das Fest Allerheiligen. Geprägt vom katholischen Teil des Westerwaldes (und damit dem Bundesland Rheinland-Pfalz) habe ich diesen Tag lange Jahre arbeitsfrei erlebt und er ist es bis heute. Der Besuch der Gräber auf dem Friedhof sowie das anschließende Treffen mit der Familie gehörten dazu. Es war schön und es war gut diesen Tag zu begehen.

Auf diesem Hintergrund gehört „Allerheiligen“ für mich zum festen Themenkreis meines Religionsunterrichts.

Heilige als Vorbilder thematisiere ich gerne u.a. mit der Geschichte von Herrn Silberlinger: ein alter Mann, der zum Vorbild für einen 10jährigen Jungen wird, weil er sich in seinem Ruhestand mit Zeit, Engagement und Zuwendung um behinderte Kinder kümmert, sie immer wieder in seinen großen Garten einlädt. Nicht der Fußballstar, Popstar, Schauspieler,… Nein, Herr Silberlinger wird zum Vorbild dieses Jungen. (Gerne hätte ich Ihnen die ganze Geschichte zur Verfügung gestellt. Das sprengt leider den Rahmen.)

Vorbilder sind/waren Menschen, die sich uneigennützig für andere Menschen eingesetzt haben: im November gedenken wir einiger Heiligen : Hl. Martin (11.11.), Hl. Elisabeth (19.11.) sowie Anfang Dezember des H. Nikolaus.

Dabei ist es mir wichtig deutlich zu machen: Jeder/jede von uns kann für andere zum Heiligen werden: Nicht jeden Tag, aber immer wieder. Ich glaube, dass würde unserem Zusammenleben in der Gesellschaft gut tun.

Auf diesem Hintergrund erlebe ich den Monat November (beginnend mit dem Fest „Allerheiligen“) als einen den Menschen zugewandten Monat. Das brauchen wir, gerade in der heutigen Zeit mit den vielfältigen sozialen Herausforderungen, vor allem denen des vielfältigen Egoismus. Dies muss ich zunehmend auch in den Grundschulen erleben.

Mir geht es in diesem Vorwort nicht um eine neue zusätzliche Debatte, um Gründe und Hintergründe. Es geht um Menschen, die „Gesicht zeigen“, Menschen, die für andere Vorbild sein können.

Wie sieht das bei Ihnen aus? Wer sind Ihre Vorbilder? Schaffen Sie es immer wieder mal selbst ein Vorbild zu sein?

Mein Wunsch wäre, dass Sie beide Fragen mit einem „Ja“ beantworten können. Dann kennen Sie das Gefühl einer positiven Rückmeldung: „So möchte ich auch werden oder sein.“

Mit diesen Gedanken/Gefühlen ist der Monat November hoffentlich auch ein schöner Monat mit bereichernden Erfahrungen und dem Gedanken: Jeder/jede von uns kann ein Heiliger/Heilige sein.

Wie schön und beglückend.

 

Beate Görg-Reifenberg (Gemeindereferentin)