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Geistlicher Impuls

Sommerzeit


Liebe Leser, liebe Leserinnen,

dieses Vorwort schreibe ich und weiß, dass noch einige anstrengende Wochen vor mir liegen: die Zeugnisse müssen geschrieben werden. Das fällt mir nicht immer leicht, möchte ich doch mehr als 200 Schüler und Schülerinnen gerecht beurteilen.

Aber dann werden die Ferien beginnen – langsam kommt auch die Vorfreude.

„Sommerferien: die schönste Zeit des Jahres „ – so höre ich es immer wieder.

Auch ich habe die letzten 6 Monate als sehr anstrengend erlebt und freue mich darauf eine Woche mit meinem Mann zu wandern. Stille zu suchen, sich zu entspannen und damit auch wieder zu sich selbst zu kommen.

Die folgende Geschichte hat mich sehr angesprochen. Ich möchte Sie Ihnen allen mit auf dem Weg geben und wünsche Ihnen eine gute und erholsame Sommerzeit für Leibe und vor allen Dingen für die Seele: Der Wanderer

Nach einer langen Wanderung suchte ein Wanderer einen Ruheplatz für die Nacht. Er ließ sich, wie er meinte, auf einem großen Stein nieder und schlief ein. Als er am nächsten Morgen aufwachte, fand er sich in einer völlig anderen Umgebung vor. Sein Stock und sein Rucksack, die er vor dem Schlafen neben seinem Stein abgelegt hatte, waren nicht zu finden. Voll Erstaunen betrachtete er seine Umgebung und schließlich auch den Platz, den er zum Ausruhen ausgewählt hatte. Da entdeckte er, dass dieser kein Stein war, sondern der Rücken einer mächtigen Riesenschildkröte. Das Tier war in der Nacht in seinem sanften Gang weitergegangen und hatte den müden Wanderer mitgenommen.

(entnommen: Willi Hoffsümmer – 255 Kurzgeschichten)

Ich arbeite sehr gerne als Seelsorgerin und als Religionspädagogin. Als Mensch brauche ich aber auch Zeiten der Ruhe und wie der Wanderer Zeit zum Schlafen. Die Geschichte mit der Schildkröte zeigt, dass wir auch in der Ruhe und sogar beim Schlafen „weiterkommen“ –scheinbar ohne jede eigene Anstrengung. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass wir im Schlaf nicht nur ausruhen, sondern unbewusst viele der vorherigen Erlebnisse verarbeiten, sortieren, vertiefen.

Die Geschichte erinnert mich auch an das „Gleichnis von der selbstwachsenden Saat“ im Evangelium des Markus (Kapitel 4, Vers 26ff): „ Während er Mann schläft keimt und wächst der gesäte Samen und der Mann weiß nicht, wie.“

Ja, ich arbeite gerne. Aber es braucht auch die Zeit der Muße und der Ruhe – für sich als Person wie auch für die zukünftig anstehenden Aufgaben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine gute Sommerzeit!

 

Ihre Beate Görg-Reifenberg (Gemeindereferentin)