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Geistlicher Impuls

Vom Aschermittwoch über die Dornenkrone bis hin zur österlichen Freude


Ein Weg der äußeren sowie besonders der inneren Vorbereitung liegt vor uns, ein Wegstück ist bereits geschafft. Die Fastenzeit – eine Zeit des geistlichen Kampfes, der inneren Sortierung und der Ausrichtung auf das, was für unser Leben bedeutsam ist, nämlich Gott.

Wer das Osterfest feiert, der sieht mehr. Wer an die Auferstehung Jesu glaubt, der begreift sein Leben anders.“ Davon war der 1994 verstorbene Bischof von Aachen, Klaus Hemmerle, überzeugt. Hemmerle wünschte den Menschen deshalb „Osteraugen“. Augen, die sich selbst und die Welt im Licht von Ostern zu sehen lernten.

Wie können wir Augen, Ohren und Herz für das Ostergeschehen schärfen?

 Nach dem Winter beginnt die Natur wieder zu grünen und zu blühen. An kahlen Ästen treiben frische Blätter. Vielleicht lädt Sie die Natur ein, sich das in aller Ruhe anzuschauen. Möglicherweise steigt dabei eine Ahnung von Ostern in Ihnen auf: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Neues Leben ersteht, wo zuvor alles dürr und kahl war.

Sich Zeiten der Stille einzuräumen und für das Gebet zu nutzen – auch das kann eine Möglichkeit sein.

 

Machen Sie einen „Emmausspaziergang“. Der Evangelist Lukas erzählt, dass zwei Jünger Jesu sich unterwegs ihre Sorgen und Fragen erzählten. Der Auferstandene ging mit ihnen. Ob das nicht auch heute einen Versuch wert wäre, mit einem vertrauten Menschen zu gehen, diesem mit achtsamen Herzen zuzuhören und dabei beschenkt zu werden.

 Osteraugen beginnen vielleicht ganz langsam klar zu sehen. Aber sie helfen, mit dem Auferstandenen zu rechnen. Sie machen Mut, bewusst zu leben. Der Wunsch von Klaus Hemmerle ist auch mein Wunsch an Sie. Er schreibt:

 

Ich wünsche uns Osteraugen,

die im Tod bis zum Leben,

in der Schuld bis zur Vergebung,

in der Trennung bis zur Einheit,

in den Wunden bis zur Herrlichkeit,

im Menschen bis zu Gott,

in Gott bis zum Menschen,

im Ich bis zum Du

zu sehen vermögen.

Und dazu alle österliche Kraft.

[Klaus Hemmerle]

 

Damit eine segensreiche Vorbereitung und ein gutes Zugehen auf Ostern,

Hanna Schäfer, Pastoralreferentin