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Geistlicher Impuls

Gedanken zur österlichen Vorbereitungszeit


Liebe Mitchristen im Usinger Land!

Wir leben in einer Welt, in der immer häufiger die moderne Technik genutzt wird.  Sicher wird es nicht nur mir so gehen: Kaum sitze ich im Auto und fahre nicht zum Einkauf oder einem anderen bekannten Ziel „nebenan“, stelle ich das Navi ein. Oft fehlt mir die Orientierung, ohne Umwege oder auch Irrwege das angestrebte Ziel zu erreichen. Ich kann mich auf die Stimme verlassen, die mir zuverlässig den richtigen Weg weist. Halte ich mich einmal nicht an die Anweisung, weil ich meine, es besser zu wissen, kommt ein „Bitte wenden!“ bzw. „Bitte umkehren!“. Diese meist nervende Stimme ertönt so lange, bis ich entweder das Gerät abschalte oder der Stimme folge.

Die Worte „Kehre um!“ sind am Aschermittwoch gesprochen worden, als wir das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen haben.

Dies sind Worte, die Jesus zu den Menschen gesprochen hatte: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15). Diese Botschaft gilt auch uns. Immer  wieder kommt es vor, dass wir sie nicht beachten. Vielleicht weist uns dann unser Gewissen darauf hin, wenn wir den falschen Weg gewählt haben.

Doch diese Stimme überhören wir gern, denn meist nervt sie nicht so wie die des Navis. Und sie wird auch nicht so bewusst gehört wie die des Spenders des Aschenkreuzes.

Eigentlich schade, machen uns diese Worte doch deutlich, dass wir die Chance zur Umkehr haben, den richtigen Weg wählen können. Diese Möglichkeit haben wir das ganze Jahr über, nicht nur zu Beginn der Fastenzeit.  Die 40-tägige Fastenzeit dient der Vorbereitung auf das höchste Fest im Jahr, Ostern.  Sie kann uns helfen, unsere  Lebensweise zu überdenken und umzukehren, wenn wir merken, dass wir etwas ändern sollten.

Umkehr ist nicht immer einfach, bietet aber die Chance auf einen Neubeginn. Wie wir es schaffen können: Verzichten wir auf Ärger, Streit, negative Gedanken sowie Dinge und Gewohnheiten, die uns oder auch unseren Mitmenschen schaden. Erlauben wir uns lieber, uns selbst und den Nächsten zu lieben. Helfen wir einander und lachen miteinander, spüren wir Freude, Dankbarkeit und Frieden, suchen wir das Gespräch mit Gott. Leben wir, wie Frère Roger sagte, „das, was wir vom Evangelium verstanden haben und sei es noch so wenig“. Vertrauen wir darauf, dass Gott dabei immer an unserer Seite ist.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gute Fastenzeit sowie offene Augen und Ohren für den richtigen Weg zum Ziel.

Ihre Diana Müller-Frotz, ehrenamtliche Ansprechperson in St. Laurentius, Usingen