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Geistlicher Impuls

Dunkle Zeiten?


Dezember und Januar – die beiden dunkelsten Monate im Jahr. Die Sonne geht spät auf und früh unter, wenn man sie überhaupt zu sehen bekommt. Doch sie ist da! Hinzu kommen die düsteren Auswirkungen der Corona-Pandemie, die tief in unseren Alltag eingreifen. Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit ist vieles nicht mehr so wie früher. Weihnachten werden wir gleichfalls nicht so feiern können wie gewohnt. Und ob es danach besser wird, weiß niemand. Das alles bedrückt viele, vor allem auch Alte und Alleinstehende, denen der übliche Kontakt fehlt.

Doch inmitten der Düsternis erstrahlt uns ein Licht, das stärker ist als aller vorweihnachtlicher Lichterglanz in unseren Städten und Dörfern. Es ist das Licht des Mensch gewordenen Gottessohnes, den wir an Weihnachten feiern. Vielleicht gelingt es uns, wenn so vieles Gewohnte und vielleicht auch Unwichtigere wegfallen muss, tiefer in das Geheimnis dieses Festes einzudringen. Denn noch immer gilt der Satz des Dichters: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren“ (Angelus Silesius, 1624-1677). Wir müssen Jesus und seine frohmachende Botschaft in uns aufnehmen und tief in ihm verankert sein. Vielleicht kann uns die Adventszeit mit ihrem Lichterglanz dazu verhelfen, darüber nachzudenken, dass Jesus das Licht ist, das in der Finsternis leuchtet. Er ist da, er ist unsere Sonne, auch wenn er scheinbar abwesend ist. Wir könnten die aktuelle Situation dazu nutzen, besser das Wesentliche zu sehen! Und das ist Christus, unser Herr.

Und wir alle sollen dieses Licht verbreiten. Gerade in der derzeitigen Krise wartet die Welt darauf. Wie kann das konkret aussehen? Da gibt es zum Beispiel viele Menschen, die einsam und verlassen sind, weil sie alleinstehend sind oder isoliert sein müssen. Ein Telefonanruf kann manchmal Wunder wirken!

Die Finsternis wird nicht siegen. Das zeigt uns auch die Natur. Wenn die Sonne an Weihnachten ihren Tiefpunkt erreicht hat, dann beginnt ihr Wiederaufstieg, die Tage werden länger und die Nächte kürzer. So ist es auch im Leben. Auch die Corona-Krise wird vorbeigehen. Vielleicht gibt es auch bald einen Impfstoff. Was aber bleibt, das ist die Erfahrung, dass wir Menschen nicht die Herren über die Natur sind. Hinterher wird zwar nichts mehr so sein wie vorher. Gar manchen trifft es ja hart. Aber wir dürfen nicht mutlos werden, wir als Christen schon gar nicht. Wir müssen dann wieder aufstehen und zu ihm, unserem Herrn, aufblicken. Denn wir wissen, dass Christus das Licht ist, das auch in der finstersten Nacht leuchtet, tief in uns, in unserem Inneren! Und so wünsche ich Ihnen allen, dass gerade diese Zeit uns dazu hilft, dass Christus, das Licht, in uns immer wieder neu geboren wird.

 

Pater Roy Chethipuzha Joseph